Lisa in Trondheim?

So ist es. Es hat mich mal wieder ins Ausland verschlagen. Wer mich kennt, wird davon nicht überrascht sein, aber hier noch ein paar Infos für alle, die zufällig auf diese Seite gestoßen sind:
Ich heiße Lisa Krukewitt, habe die ersten 21 Jahre meines Lebens zum Großteil in Hessen (Kassel, Gelnhausen, Gießen) und Virginia verbracht und mache jetzt nach vier Semestern an der Justus Liebig Universität ein Auslandssemester in Norwegen. Hier studiere ich Soziologie und Politikwissenschaft an der NTNU.
Auf dieser Seite berichte ich über die Erfahrungen während meines Erasmusaufenthaltes.
Viel Spaß beim Lesen. Über Kommentare freue ich mich immer.

Orte:
23. Februar 2012, 00:07
Schneeschauer
Schneeschauer
1°C
Gefühlte Temperatur: -1°C
Luftfeuchtigkeit: 87%
Wind: 2 m/s S
Sonnenaufgang: 7:50
Sonnenuntergang: 17:15
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Livet på Moholt

Das Leben in Moholt

Nachdem ich zunächst eine Absage für ein Wohnheimzimmer bekommen habe, gehöre ich ja nun doch zu den glücklichen Austauschstudenten, die nicht im „Roof over your head“ unterkommen müssen. Stattdessen wohne ich jetzt in einer der Vierer-WGs im Studentendorf Moholt. Tatsächlich ist mein Zimmer in vielerlei Hinsicht das Zentrum von Moholt. Oder zumindest scheinen viele das zu denken, aber da muss ich ein paar Missverständnisse klarstellen:

  1. Vor meinem Fenster ist keine Toilette. Die paar Sträucher, die dort stehen, sind als Dekoration gedacht  – nicht als Sichtschutz.
  2. Ich betreibe keine Leergutannahmestelle auf meiner Fensterbank. Es ist wirklich nur eine Fensterbank und ich freue mich nicht, wenn ich dort Bierflaschen finde – auch wenn sie noch fast voll sind.
  3. Nein, ich betreibe kein Reisebüro. Ich habe nur eine ähnliche Telefonnummer.
  4. Sollte ich meine Meinung zu einem dieser Punkte ändern und eine tolle neue Geschäftsidee umsetzen, werde ich das mit Leuchtreklame bekanntgeben. Bis auf weiteres bleibt dies jedoch ein gewöhnliches Wohnheimzimmer.

Tatsächlich sollte es aber auch kein Problem sein, dass ich hier keine öffentliche Einrichtung betreibe. Gut, es gibt hier wirklich kein Reisebüro, aber man findet hier alles was man braucht: Grillpätze, Volleyballfelder, Kindergärten, Bushaltestellen, einen Supermarkt und so weiter. In jedem der Gebäude in Moholt befindet sich außerdem ein Partykeller, der dafür sorgt, dass es den Studenten hier nie langweilig wird. In den Häusern, die keinen Partykeller haben, ist ein Waschkeller. Auch der tut sein bestes, um Langeweile zu verhindern:

Sonntags ist in Moholt großer Waschtag. Da wandern alle Studenten, beladen mit einer Ikea-Tasche voll mit schmutziger Wäsche und einer Packung Omo-Billigwaschmittel zur „Vaskeri“ im Herman Krags Vei 6. Nach einer anstrengenden Einführungswoche war es auch bei mir mal wieder Zeit für einen Waschtag und so schloss ich mich den anderen an. Apropos Waschtag: Vor längerer Zeit habe ich einen gelesen, dass die ersten Waschmaschinen den Waschtag auf „wenige Stunden“ verkürzten. Ich glaube, wir brauchen welche davon hier in Moholt. Denn die Maschinen hier sind zwar so modern, dass sie sich im Internet reservieren lassen und sms verschicken, wenn sie fertig sind, nur eines ist nicht so einfach: waschen.

Und so bleibt es beim altmodischen Waschtag, der in meinem Fall so aussah:

9:00 Uhr: Beschließen eine Waschmaschine zu reservieren

9:01-9:10 Uhr: Das Passwort zu meiner Waschkarte suchen

9:11 Uhr: Die Suche aufgeben und beschließen mein Glück auch ohne Reservierung zu versuchen

9:30 Uhr: Zur Vaskeri gehen.

9:32 Uhr: Meine Wäsche in die erste Maschine räumen.

9:33 Uhr: Feststellen, dass die Maschine ab 10:30 reserviert ist und vorher nichtmehr waschen will.

9:34 Uhr: Meine Wäsche wieder aus der Maschine räumen.

9:35 Uhr: Nächste Maschine probieren. Feststellen, dass der Kartenleser defekt ist.

9:36 Uhr: In einem Nebenraum die letzte freie Maschine finden. Sie steht in einer großen Wasserlache, scheint aber funktionstüchtig.

9:37 Uhr: Erfolgreich einen Waschgang starten. Mich wundern, dass die Maschine behauptet nur 23 Minuten zu dauern. Heimgehen.

10:15 Uhr: Zurück zur Vaskerie gehen. Feststellen, dass 23 Minuten eine Lüge waren. Wieder heimgehen.

11:00 Uhr: Zurück zur Vaskerie. Die Wäsche aus der Maschine holen. Dabei zwei Socken in die Wasserlache vor der Maschine werfen.

11:03-11.05 Uhr: Einen freien Trockner suchen. Glück haben, dass einer gerade fertig wird. Mich fragen, wie lange das Trocknen dauern wird.

11:10-11.25 Uhr: Wegen schlechtem Wetter eine Wäscheleine in meinem Zimmer spannen und alle nicht trocknergeeigneten T-Shirts dort aufhängen.

11:48 Uhr: Wieder zur Vaskerie gehen. Feststellen, dass das Trocknen mindestens zwei Stunden dauern wird. Außerdem feststellen, dass alle Handtücher grau statt weiß geworden sind.

13:00 Uhr: Nächster Besuch in der Vaskerie. Andere Studenten davon abhalten, meine nasse Wäsche aus dem Trockner zu räumen. „Oh, did you want to dry this? “. Was für eine Frage… Dann den Trockner für weitere zwei Stunden anstellen.

14:07 Uhr: Wieder zur Vaskerie, in der Hoffnung, dass die Wäsche trocken ist. Entdecken, dass nun doch jemand meine Wäsche ausgeräumt hat, um seine eigene zu trocknen. Nasse Wäsche wieder einpacken.

14:09 Uhr: Ausländischen Studenten einen Grundkurs in „Norwegisch zur Waschmaschinenbenutzung“ geben.

14:11 Uhr: Einem Norweger einen Grundkurs in „Was bedeuten die Waschsymbole“ geben. Ich sollte ein Info-Center in der Vaskeri aufmachen.

14:15 Uhr: Meine noch nasse Wäsche wieder nach Hause tragen und auf der Leine im Garten vor meinem Fenster aufhängen. Dabei den schwarzen Putzlappen finden, der für die verfärbten Handtücher verantwortlich ist.

14:42 Uhr: Zusehen, wie ein Regenschauer alle bisherigen Bemühungen zunichtemacht.

15.00-18.00 Uhr: Aus dem Fenster sehen und Ausschau halten nach verdächtigen Leuten, die meine grauen Handtücher stehlen wollen. Zwischendurch nach dem Wetterbericht schauen und hoffen, dass er nicht stimmt.

18.00 Uhr: Meine Wäsche vor einem weiteren Regenschauer retten. Einen neuen Versuch mit der Vaskeri starten – diesmal in Haus 48.

18:05-18.10 Uhr: Tatsächlich einen freien Trockner finden! Wäsche einräumen. Anstellen. Mich vor den komischen Geräuschen erschrecken und Angst bekommen, dass der Trockner explodieren könnte. Wieder ausstellen. Wäsche ausräumen. Noch einen freien Trockner finden und erfolgreich starten.

18:10 Uhr: Mal wieder heimgehen. Diesmal im Regen.

20:00 Uhr: Auf zur Vaskeri, um die trockenen Wäsche zu holen.

20:04 Uhr: Entdecken, dass die Wäsche nasser als vorher ist. Mich ärgern – auch weil meine Schuhe jetzt auch nass sind.

20:05 Uhr: Wäsche in den nächsten Trockner stecken. Mich fragen, ob es ein Problem sein könnte, dass er an derselben Abluft wie der kaputte Trockner hängt.

20:06 Uhr: Und wieder ab nach Hause.

20:10 Uhr: Versuchen herauszufinden, wo man Schadensmeldungen hinschicken kann. Feststellen, dass dies nur telefonisch von 8-15 Uhr möglich ist.

20:13 Uhr: Einen Zettel schreiben, um ihn an den defekten Trockner zu heften.

21:40 Uhr: Nach der Wäsche sehen. Dabei den Zettel zu Hause liegen lassen.

21:42 Uhr: Natürlich ist die Wäsche noch nass. Aber immerhin hat dieser Trockner es geschafft, sie etwas aufzuwärmen.

20:44 Uhr: Die nasse Wäsche (mal wieder) heimschleppen.

20:48 Uhr: Die fast trockene Wäsche abhängen und einen Teil der relativ nassen Wäsche aufhängen. Hoffen, dass die Leine nicht über Nacht abstürzt.

21:30 Uhr: Duschen und mich ärgern, dass ich kein sauberes Handtuch habe.

23:00 Uhr: Mich im Halbschlaf daran erinnern, dass im Schrank noch Handtücher lagen. Mich nochmal ärgern.

6:00 Uhr: Aufstehen. Mich freuen, dass die Wäsche tatsächlich trocken geworden ist.

6:12 Uhr: Ein neues Handtuch ins Bad hängen und mich etwas für die graue Farbe schämen.

7:30 Uhr: Mich daran erinnern, dass ich nicht die ganze Wäsche aufgehängt hatte. Feststellen, dass die Socken in der Ikea-Tasche keine Chance zum trocknen hatten.

7:32 Uhr: Wieder mal Wäsche abhängen und neue Wäsche aufhängen.

8:30 Uhr: Feststellen, dass meine Schuhe immer noch von den Vaskeri-Wanderungen nass sind. Andere Schuhe anziehen und zur Uni gehen.

13:53 Uhr: Vom ersten Uni-Tag heimkommen. Mich freuen dass alles trocken geworden ist und das Projekt Wäsche für abgeschlossen erklären. Bis zum nächsten mal.

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1 comment to Livet på Moholt

  • An electrician is somebody that makes a speciality of the electrical wiring of properties, machines and related equipment. Because electrical products are highly sensitive and potentially dangerous, electricians are continually in need for household emergencies and to deal with electrical problems. Electricians can work in residential, or commercial. Residential elctricians work such as fitting a home for electrical cabling and Troubleshooting and repairing electrical problems in a home. Commercial electrical work might involve fitting buildings for electrical wiring, doing electrical work en masse for corporations and working aboard planes or ships. An electrician may do a selection of electrical jobs, or they may possibly decide to concentrate on certain areas of electrical management. For instance, some electricians work in the area of the installation of and repairing electrical infrastructures such as power lines and generators. Other electricians may concentrate on the electrical wiring of ships, airplanes, automobiles, or other areas. Electricians are a very important portion of the contemporary day workforce as increasing numbers of businesses, residential homes and day to day activities become reliant on electricity.

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